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Allianz-Studie: Coronapandemie erhöht Probleme bei Schiffssicherheit

©APA (AFP)

Hamburg - Die Coronapandemie setzt die weltweite Schifffahrt nicht nur wirtschaftlich stark unter Druck, auch die Schiffssicherheit kann im erheblichen Maße gefährdet sein. Das ist das Ergebnis einer Studie des Industrieversicherers AGCS, einer Tochter der Allianz. 

Hintergrund ist nach Ansicht des AGCS-Experten für die Schiffs- und Transportversicherung, Volker Dierks, dass Schiffseigner durch den Wirtschaftsabschwung einem zusätzlichen Kostendruck ausgesetzt sind. "Wir wissen aus früheren Rezessionen, dass die Budgets für Besatzung und Wartung zu den ersten Bereichen gehören können, die gekürzt werden", so Dierks. 

Eine der Folgen sei das Aussetzen von turnusmäßigen Crew-Wechseln, was sich negativ auf Wohlergehen und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auswirken kann. Unter anderem wegen des nahezu kompletten Ausfalls des Luftverkehrs hätten die Wechsel oft nicht erfolgen können. "Die Crews sind nun teilweise schon zehn oder zwölf Monate an Bord, das kann zu Ermüdungserscheinungen führen." Eine Zunahme menschlicher Fehler könne die Folge sein, sagte Dierks. Menschliches Versagen sei mit einem Anteil von 75 bis 96 Prozent die Hauptursache für Schadenfälle in der Schifffahrt. 

Die AGCS-Studie zählt weiter auf, dass Störungen bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten das Risiko von Maschinenschäden erhöhen können. Wenn Schiffe wegen der Flaute einige Monate stillliegen, müsse bei der Wartung ganz besondere Sorgfalt gelten, die Vorgaben der Klassifikationsgesellschaften müssten eingehalten werden, betonte Dierks. Es bestehe aber wegen der aktuellen Flaute die Gefahr, dass Einsparungen bei Reparaturen vorgenommen werden. 

Wegen der schwerwiegenden Störungen im internationalen Transport- und Reiseverkehr waren im Juni nach einem internen Bericht des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) weltweit 11,3 Prozent der Containerflotte ungenutzt und lagen vor den Häfen auf Reede. Nach verschiedenen Prognosen dürfte der Containertransport in diesem Jahr um ungefähr zehn Prozent zurückgehen. 

Insgesamt sind laut AGCS-Studie 2019 die Totalverluste in der Welt-Schifffahrt um mehr als 20 Prozent im Vergleich zu 2018 gesunken und befinden sich auf einem Rekordtief. Die Zahl von 41 Totalschäden im vergangenen Jahr bedeute einen Rückgang von rund 70 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Dies sei das Ergebnis von Verbesserungen der Schifffahrtsindustrie. "Allerdings könnten die Folgen der Covid-19-Pandemie die langfristigen Sicherheitsverbesserungen in der Schifffahrt in diesem Jahr und darüber hinaus gefährden." (Schluss) cig (APA/dpa).

 

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