Coronavirus macht weltweiter Wirtschaft weiter zu schaffen
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Coronavirus macht weltweiter Wirtschaft weiter zu schaffen

©APA/AFP/PHILIP FONG

Washington - Das Coronavirus bremst zunehmend die internationale Wirtschaft aus: Wegen der Ausbreitung der Krankheit will die Weltbank ihre globale Wachstumsprognose für dieses Jahr senken. Eingeschränkte Reisemöglichkeiten und gestörte Transportströme machen bereits zahlreichen Unternehmen zu schaffen - betroffen sind auch der europäische Flugzeugbauer Airbus und die weltgrößte Mobilfunkmesse in Barcelona.

Weltbank-Präsident David Malpass verwies darauf, dass zahlreiche Flugverbindungen nach China wegen des Virus ausgesetzt wurden. "Viele chinesische Güter werden im Bauch von Passagierflugzeugen in den Rest der Welt gebracht", erklärte er. Nun müssten Firmen ihre Lieferketten der neuen Situation anpassen.

Die Absenkung der Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft werde "mindestens den ersten Teil von 2020" betreffen, erklärte Malpass. Bisher ging die Weltbank von 2,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr aus.

Die großen US-Fluggesellschaften United und American Airlines erklärten am Mittwoch, dass sie wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China vorübergehend auch ihre Flüge nach Hongkong einstellen würden.

Bei United gibt es demnach vom 8. bis zum 20. Februar keine entsprechenden Verbindungen mehr, bei American Airlines gilt der Stopp ab sofort und ebenfalls bis einschließlich 20. Februar.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific kündigte an, alle Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub schicken. Die rund 27.000 Angestellten würden gebeten, bis zu drei Wochen zu Hause zu bleiben, sagte Konzernchef Augustus Tang in Videobotschaft. "Ich hoffe, Sie werden sich alle beteiligen." Der Aufruf gelte auch für hochrangige Führungskräfte.

Airbus erklärte, sein Werk in der Hafenstadt Tianjin südöstlich von Peking - das einzige des Flugzeugbauers außerhalb Europas - vorerst zu schließen. Der Konzern begründete dies mit den Reisebeschränkungen wegen des Coronavirus in China und weltweit.

Diese stellten den Flugzeugbauer vor "logistische Herausforderungen".

Aus ähnlichen Gründen muss die Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona, die in diesem Jahr vom 24. bis zum 27. Februar stattfindet, auf einen ihrer größten Aussteller verzichten.

Der südkoreanische Konzern LG Electronics, der üblicherweise eine der größten Ausstellungsflächen bucht, sagte seine Teilnahme ab. Damit solle das "Risiko" vermieden werden, Hunderte Mitarbeiter dem internationalen Reiseverkehr auszusetzen.

ZTE aus China will hingegen in Barcelona dabei sein und dafür hohe Sicherheitsvorkehrungen treffen. So sollen sich Führungskräfte beispielsweise mindestens zwei Wochen vor Beginn des MWC in Europa "selbst isolieren", erklärte der in Shenzen ansässige Smartphonehersteller.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, äußerte am Mittwoch die Einschätzung, dass die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus neue Unwägbarkeiten für die europäische Wirtschaft bedeute. Die kurzfristigen Unsicherheiten für die Konjunktur gingen vor allem auf globale Risiken wie die Handelsstreitigkeiten und geopolitischen Konflikte zurück - und jetzt auch "auf den Ausbruch des Coronavirus und seine potenziellen Auswirkungen auf das weltweite Wachstum", sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Paris. "Doch während die Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA und China zurückgegangen zu sein scheint, sorgt das Coronavirus für weitere Unsicherheit." Die Notenbank beobachte dies weiter genau. 

Auch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane rechnet eher mit kurzkurzfristigen negativen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft. Doch lehre die Erfahrung mit früheren Pandemien wie etwa SARS, dass es meist keine langfristigen Effekte gebe, sagte er am Mittwoch in Berlin vor Reportern. "Normalerweise dauert so etwas nicht ewig. Wenn es vorbei ist, erholen sich die Märkte und die Wirtschaft." Nun hänge es entscheidend davon ab, wie schnell die Virus-Ausbreitung eingedämmt werde. 

In China hatte sich die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch den neuartigen Corona-Erreger zuletzt trotz weitflächiger Quarantäne-Maßnahmen weiter erhöht. Fast 500 Menschen starben, mehr als 24.000 sind nach offiziellen Angaben mit dem Virus infiziert. Von China aus hat sich das Virus in mindestens 25 Länder ausgebreitet. (Schluss) bel/ln (APA/AFP/Reuters).

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