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Häfen als wichtige HANDELSDREHSCHEIBEN

(ZV-Branchenreport Seite 44)

©BLD-Online

Sieben von zehn Euro verdient Österreich mit dem Export seiner Produkte.Die Häfen spielen dabei eine zentrale Rolle, die sie durch bessere Bahnverbindungen und digitale Innovationen weiter ausbauen.

Das vergangene Jahr, 2020, war in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmejahr. Für den österreichischen Außenhandel bedeuteten die Corona-Pandemie und ihre Folgen Rückgänge bei den Exporten und Importen. Waren für 142 Milliarden Euro (–7,5 Prozent) wurden exportiert, Waren für 144 Milliarden Euro importiert (–8,6 Prozent). Unterm Strich fiel das Handelsbilanz-Defizit mit 2,2 Milliarden Euro allerdings deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. „Die Container-Knappheit und die zahlreichen Blank-Sailings erschweren die Disposition von Containern sehr stark“, erklärt Bernd Labugger, Leiter ZV-Arbeitsgruppe Seefracht. Wichtige Umschlagplätze für den Außenhandel sind Europas Häfen, und hier spielen die Häfen Hamburg, Rotterdam, Bremen, Antwerpen, Triest und Koper eine große Rolle. Koper bleibt Nummer eins In der Gunst der österreichischen Importeure und Exporteure steht der Adria-Hafen Koper seit Jahren ganz oben auf der Hafenliste. Sechs Millionen Gütertonnen von und für Österreich wurden im Vorjahr über den slowenischen Hafen umgeschlagen. Das ist ein Minus von beinahe zwölf Prozent oder rund 900.000 Tonnen gegenüber 2019. Bei den österreichischen Containern verzeichnete der Hafen lediglich ein Minus von einem Prozent (225.000 TEU). Der Hafen punktet mit leistungsfähigen bahnseitigen Hinterlandverbindungen mit Österreich, und die Nachfrage nach noch mehr Zügen zeigt steigende Tendenz. Was dem Hafen zugutekommt ist der anlaufende Ausbau der Bahnstrecke nach Divaca und die Sanierung des Karawankentunnels.

Österreich ist einer der wichtigsten Hafen-kunden mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent am gesamten Hafenumschlag. Koper ist das größte Überseetor für die österreichische Wirtschaft – und umgekehrt ist für den Hafen Österreich der wichtigste Hinterlandmarkt. Hamburg führt beim Export Gleich hinter Koper rangiert der Hafen Hamburg, über den im Vorjahr 4,4 Millionen österreichische Gütertonnen umgeschlagen wurden. Trotz Pandemie war das ein Zuwachs von zwei Prozent und stimmt die Hanseaten froh, können sie sich doch auf die Brust heften, mit mehr als 301.000 TEU der wichtigste Container-Exporthafen für Österreich zu sein. Damit hat Hamburg am österreichischen Container-Volumen von rund 500.000 bis 600.000 TEU pro Jahr einen namhaften Marktanteil. Rund 90 Prozent der Österreich-Volumina gehen in Containern über die Kais, 80 bis 90 Containerzüge rollen wöchentlich zwischen Hafen und österreichischen Terminals. Österreich ist unter Europas Häfen ein heiß begehrter Hinterlandmarkt, alle namhaften Operateure setzen auf paarige und ausgelastete, kaireine Züge zwischen Österreich und Hamburg. Belgische Fusion Der Hafen Antwerpen ist derzeit dabei, mit dem Hafen Zeebrügge zum Worldport AntwerpBruges zu fusionieren. Der Hafen als Universal-Drehscheibe ist für Österreich insofern interessant, weil er als Standort für Wasserstofftechnologien, kombiniert mit einer Auswahl an Break-Bulk-Terminals, leistungsfähigen Containerterminals und dem größten ChemieCluster, positioniert ist. Durch den laufenden Merger mit dem Hafen Zeebrügge – beideHäfen sind im Angebotsspektrum komplementär aufgestellt und ergänzen einander – sollten sich in den kommenden Jahren weitere Möglichkeiten für österreichische Kunden eröffnen. Rotterdam, Europas größter Hafen, blieb im vergangenen Jahr nicht von der Pandemie verschont.

Das zeigte Auswirkungen auf das Österreich-Geschäft. Das Österreich-Volumen fiel mit knapp 2,3 Millionen Umschlagstonnen um neun Prozent gegenüber 2019 zurück. Änderungen der weltpolitischen, wirtschaftlichen und umweltpolitischen Rahmenbedingungen kommt die Hafenverwaltung mit einer Reihe von Innovationen und digitalen Angeboten wie beispielsweise Navigate, PortXchange, Shiptracker oder durch Investitionen in die Container-Exchange-Route (CER), Rotterdam Cool Port oder Rotterdam Food Hub entgegen. In Rotterdam weiß man: Das Hafengeschäft ist kein kurzfristig angelegtes Business. Triest gewinnt Die bremischen Häfen haben sich im Vorjahr vom Österreich-Kuchen ihr Stück abschneiden können: 1,6 Millionen Tonnen Cargo (–1,6 Prozent) haben die sie im Vorjahr für Österreich umgeschlagen. Beim Containergeschäft gingen mit rund 120.000 TEU rund sieben Prozent des Österreich-Geschäfts verloren.

Wegen eines Reeder-Tauschs haben die Häfen ein Großgeschäft aus Oberösterreich verloren. Neben Koper rangiert Triest an der oberen Adria als zweite wichtige Drehscheibe für den österreichischen Außenhandel. 770.000 Tonnen Fracht wurden im Vorjahr mit Quelle oder Ziel Österreich umgeschlagen. Im Vergleich zu 2019 ist das ein Plus von 4,2 Prozent. Bei den Exporten ex Österreich hat Triest 1,4 Prozent dazu gewonnen, bei den Importen nach Österreich 8,7 Prozent. Um seine Rolle im Wettbewerb zu den Nordhäfen zu stärken, hat der Hafen begonnen, effiziente Blockzüge zu entwickeln. So rollen in Kooperation beispielsweise mit der Reederei MSC solche Züge von Triest nach Linz, Salzburg und Wien, bei der Vermarktung setzt man auf One-Stop-Shopping. Ihren fixen Platz bei österreichischen Verladern haben auch die Häfen Konstanza am Schwarzen Meer sowie die Häfen im deutschen Niedersachsen. Via Konstanza wurden im Vorjahr mehr als 400.000 österreichische Gütertonnen umgeschlagen, in den niedersächsischen Häfen kamen knapp mehr als 242.000 Tonnen österreichische Waren über die Kais.

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