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Straße bleibt wichtigster VERKEHRSTRÄGER

(ZV-Branchenreport Seite 16)

©APA Patrick Pleul

Allen Bemühungen zum Trotz: Die Kapazitäten auf der Schiene sind begrenzt, der

Güterverkehr über die Straße wird weiter zunehmen. Mit Wasserstoff und E-Fuels wären rasch CO2-Einsparungen möglich. Das belegen Studien.

Für den Verkehrsexperten ist es eindeutig: „Der Güterverkehr in und durch Österreich wird bis 2040 um rund 45 Prozent steigen, und das ist noch eine konservative Schätzung“, sagt Univ-Prof. Sebastian Kummer, „dieses Wachstum kann die Schiene niemals auffangen.“ Kummer ist Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und hat für den Zentralverband Spedition & Logistik das Verlagerungspotenzial des Güterverkehrs auf die Schiene untersucht. Sein Befund: „Trotz aller Bemühungen, den Anteil der Schiene am Gütertransport zu steigern, wird die Straße auf absehbare Zeit der wichtigste Verkehrsträger bleiben.

“Prof. Kummer und sein Team haben dafür verschiedene Szenarien durchgespielt. Aber selbst im optimistischsten Szenario legt der Straßentransport um ein Fünftel zu. Das große Problem: Die Schienenkapazität ist begrenzt und lässt auch nicht so schnell erweitern. Eine zusätzliche Trasse nur für den Güterverkehr zwischen Wien und Salzburg, wo es besonders eng ist, wäre bei der jetzigen Dauer von Planungs- und Genehmigungsverfahren ein Jahrhundert-Projekt – wenn es denn so schnell ginge.

Zum Vergleich: Um die 128 Kilometer lange 380-kV-Stromleitung durch das Bundesland Salzburg wird seit mehr als 20 Jahren gestritten und geklagt. Die Bahn ist dabei zum Teil Opfer ihres eigenen Erfolges. Denn um mehr Menschen zum Umsteigen vom eigenen Auto auf die Bahn zu bewegen, wurde das Angebot laufend verbessert. Doch je mehr Personenzüge fahren, desto weniger stehen die Schienen für Güterzüge zur Verfügung. „Schon jetzt sind in Ballungsräumen wie Wien oder Graz zu Stoßzeiten keine Trassen mehr verfügbar“, bestätigt Prof.Kummer. Das 1-2-3-Ticket dürfte diese Entwicklung noch verschärfen.

Der Transport-Experte will seine Studie nicht als Plädoyer gegen die Bahn verstanden wissen. Aber man müsse die Dinge realistisch sehen. Und das bedeutet:„Die Straße wird weiter wachsen und bleibt auch 2040 der dominierende Verkehrsträger im Gütertransport in Österreich“, so Kummer. In einer weiteren Studie haben Kummer und seinTeam daher untersucht, mit welchen Maßnahmen und bis wann realistisch ein Null-Emissions-Ziel erreicht werden kann. Das Ergebnis: Selbst bei Nutzung der kumulierten Einsparungspotentiale von e-Mobilität bei kurzen Strecken, LNG, Wasserstoff, einer Steigerung der Ladekapazitäten sowie angepassten Fahrverboten und einer Erweiterung des Spielraums bei Leichtbau und Aerodynamik würde der Zielwert bis 2030 deutlich verfehlt.

Klima-Helfer Wasserstoff Was die Studie auch zeigt: Bis 2050 könnte Wasserstoff zum wichtigsten Energieträger auf der Langstrecke werden. Bei großflächiger F&E-Förderung in den Bereichen Wasserstofferzeugung, Brennstoffzellen und Fahrzeuge – wie sie in Deutschland und Italien bereits umgesetzt wird - wäre 2050 ein Einsparungspotenzial von 3,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent möglich. Zur Erreichung dieses Ziels sollten Pilotprojekte für den Schwerverkehr gestartet und ein Strategieplan für die Bereitstellung von Tankstellen-Infrastruktur sowie die Distribution und Erzeugung von Grünem Wasserstoff entwickelt werden.Ein weiterer, realistischer Schritt in Richtung Klimaneutralität ist der verstärkte Einsatz von eFuels, also synthetisch und CO2-neutral hergestellten Kraftstoffen.

Ihr großer Vorteil: Sie können bei Verbrennungsmotoren eingesetzt werden und so bestehende Flotten CO2-frei machen. Zudem sind eFuels sowohl speicher- als auch transportfähig – und könnten so eine entscheidende Lösung sein, um die Klimaziele zu erreichen. Technologie-Offenheit erforderlich Fazit der wissenschaftlichen Studien: Österreichs Ziel von null Emissionen bis 2040 ist selbst bei dynamischer Veränderung der einzelnen Hebel außer Reichweite. Das Ziel der EU, bis 2050 die CO2-Emissionen auf null zu drücken, „könnte vor allem durch einen Anstieg der Effekte von Wasserstoff und Batterieelektrik sowie einen Mix an schon heute verfügbaren Technologien erreich sein“, so Prof. Sebastian Kummer. Die Basis dafür ist allerdings die Offenheit gegenüber verschiedenen, bereits vorhandenen Antriebs- Technologien.

Hier geht es zum vollständigen Branchenreport: Link

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