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Zentralverband Spedition & Logistik zu Mobilitätsmasterplan 2030

Konkrete CO2 Maßnahmen ausständig. Branche bisher nicht ausreichend eingebunden. 2030/35 Verbot für Diesel LKW nicht umsetzbar, solange keine adäquaten Alternativen

Präsident Friesz ©Lagermax

 Der am Freitag, den 16.7.2021 von Verkehrsministerin Gewessler präsentierte Mobilitätsmasterplan 2030, soll die Grundlage für die Erreichung der Klimaneutralität in Österreich, im Sektor Verkehr bieten.

Ein großer Bereich des 68 Seiten starken Masterplans beschäftigt sich mit dem Güterverkehr und wie dieser CO2 Neutral werden kann.

„Bedauerlich ist, dass man die Logistik- und Transportbranche bisher nicht in die Erarbeitung des Masterplans eingebunden hat. Das sehe ich kritisch, da etwa ein Verbot für Diesel LKW 2030 unter 18 Tonnen und 2035 für alle Diesel LKW eine Herkulesaufgabe darstellt, jedoch keine adäquaten Alternativen angeboten oder diskutiert werden“, so Alexander Friesz, Präsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik.

Die Ankündigung von Verkehrsministerin Gewessler, den auch im Regierungsprogramm vorgesehenen „Masterplan Güterverehr“ mit konkreten Maßnahmen gemeinsam mit den Stakeholdern aufzusetzen, sei grundsätzlich zu begrüßen, allerdings würde der Mobilitätsmasterplan und die sehr kurze Zeitspanne bis 2030 immer weniger Spielraum für sinnvolle Maßnahmen bieten.

Friesz: „ Wir halten unsere Hand seit Beginn der Legislaturperiode ausgestreckt und haben auch längst Vorschläge zur Dekarbonisierung des Güterverkehrs wissenschaftlich erarbeiten lassen und präsentiert. Bisher hat man Branchenvorschläge nicht aufgenommen. In Deutschland gibt es für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs eine konkrete Roadmap, die gemeinsam mit den Interessensverbänden erarbeitet wurde“.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210408_OTS0095/

Technologien wie Wasserstoff betankte Brennstoffzellenfahrzeuge oder Hybridsysteme finden zwar im Mobilitätsmasterplan Erwähnung, hinken aber in der Umsetzung unseren Nachbarländern hinterher. Rasches Handeln sei hier gefordert.

CO2 Bepreisungen mit Bedacht zu wählen, da unerwünschte Nebenwirkungen

CO2 Bepreisungen, wie im Mobilitätsmasterplan angeführt, sind nicht nur aus Sicht der Logistikbranche sehr heikle Instrumente, die mit Bedacht gewählt werden müssen. Es muss sichergestellt werden, dass die Einnahmen, etwa aus dem Straßengüterverkehr, auch 1:1 zur Ökologisierung des Verkehrsträgers verwendet werden. Darüber hinaus müssen Kostensteigerungen für Endkonsumenten und wirtschaftliche Belastungen für den Standort mitberücksichtigt werden.

Güterbahnen nicht die „große Lösung“

Der Güterverkehr in und durch Österreich wird Prognosen zufolge bis 2040 um rund 45 % zunehmen. Ein Wachstum, das die Schiene auch bei einem maximalen Ausbau von Infrastruktur und Angebot nicht auffangen kann. Selbst wenn der von Bahn und Politik angestrebte Anteil von 40 % am Modal Split (2019: 28 %) erreicht wird, würde der Straßengüterverkehr bis 2040 um mehr als ein Fünftel steigen, so eine aktuelle Studie des österreichischen Zentrums für Transportwirtschaft und Logistik.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210325_OTS0034/

Angedachte Entkoppelung von Güterverkehrswachstum und Wirtschaftswachstum fragwürdig

„Eine Entkoppelung des Güterverkehrswachstum vom Wirtschaftswachstum, wie im Mobilitätsmasterplan festgeschrieben, ist rational nicht nachvollziehbar. Auch wenn es gelingen sollte, Produktionen nach Europa zurückzuverlagern, wird in der EU das Transportaufkommen nicht sinken. Unser Ziel muss es deshalb sein, der Realität eines weiteren Güterwachstums ins Auge zu sehen und den weiterhin wichtigsten „Verkehrsträger Straße“ nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Möglichkeiten nachhaltig zu dekarbonisieren. Dazu liegen unsere Vorschläge bereits am Tisch“, so Friesz.

Die im Mobilitätsmasterplan gesetzte Fokussierung der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene sei seriösen Studien zur Folge nicht die erhoffte „große Lösung“.

Dekarbonisierung im Straßengüterverkehr entscheidend

Der Straßengüterverkehr bleibe der wichtigste Verkehrsträger. Dem entsprechend müsse man dort auch Prioritäten bei der Dekarbonisierung setzen und alle zur Verfügung stehenden Technologien und Mittel einsetzen. Der derzeitige, einseitige Fokus auf den Schienengüterverkehr greife zu kurz, binde enorme finanzielle Ressourcen, deren Effekte bis 2030/35 allein jedenfalls die geplanten Ziele nicht erreichen lassen.

„Der im Regierungsprogramm festgeschriebene Masterplan Güterverkehr muss jetzt rasch, faktenbasiert und unter Einbeziehung der betroffenen Stakeholder aufgesetzt werden. Der Zentralverband Spedition & Logistik ist hierzu bereit. Als Feigenblatt, das nicht akkordierte Maßnahmen abnickt, werden wir nicht zur Verfügung stehen. Dazu sind die anstehenden Entscheidungen zu ernst und zu weitreichend“, so Friesz abschließend.


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