08.06.2015
Logistik ist starker Motor für Wirtschaftsstandort Österreich
Branche bietet Chancen für mehr Beschäftigung - Zentralverband Spedition & Logistik setzt auf Maßnahmen für Wachstum
Aus der vom Industriewissenschaftliches Institut (IWI) durchgeführten Studie zur Bedeutung der Logistik für die gesamte Volkswirtschaft lassen sich für DDr. Herwig W. Schneider, Studienautor und Leiter des IWI folgende Schlüsse ziehen: „Beschäftigung in der Logistikwirtschaft sichern eine Vielzahl an Arbeitsplätzen ab. Jeder investierte Euro kommt als Wertschöpfung mehrfach zurück und hat damit das Potential nachhaltig den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken“.
Wichtigste Studienergebnisse sind:
- Jeder Beschäftigte der österreichischen Logistikwirtschaft sichert bis zu 3,50 Arbeitsplätze in der österreichischen Volkswirtschaft.
- Jeder Euro an Umsatz der heimischen Logistikunternehmen sichert gesamtwirtschaftlich bis zu 3,88 Euro an Umsatz.
- Jeder Euro an Wertschöpfung der Logistikbranche in Österreich sichert bis zu 4,11 Euro an Wertschöpfung in Österreichs Wirtschaft.
Multiplikatoren belegen hohe Wertschöpfung für Gesamtwirtschaft
„Die errechneten Multiplikatoren dieser Volkswirtschaftsstudie veranschaulichen sehr deutlich, wie wichtig und wertschöpfend die Logistik für unsere Leitbetriebe und damit den Wirtschaftsstandort Österreich ist “, so Mag. Wolfram Senger-Weiss, Präsidenten des Zentralverband Spedition & Logistik. Mehr als 90% der in der Studie befragten Unternehmen sind überzeugt, dass Logistik weiter an gesamtwirtschaftlicher Bedeutung gewinnen werde. Für ein Viertel der Befragten liegt der Anteil der Logistik am Unternehmenserfolg bei 30% und noch mehr.
Gute Arbeitsmarktsituation in der Logistikbranche
Unternehmen der Logistikbranche verzeichneten bis zum Einsetzen der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 laufend steigende Beschäftigung. Durch den konjunkturbedingten Umsatzeinbruch im Automobilsektor und Teilbereichen des Handels und der Industrie in den Jahren 2008 und 2009 sank die Auftragslage der Unternehmen vorübergehend. Seit 2012 sind aber sowohl im Inlands- als auch im Exportgeschäft das Umsatzvolumen und damit die Aufträge für die Logistikwirtschaft wieder gestiegen. „Unternehmen der Logistikwirtschaft sind nicht nur generell für die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts sehr wichtig, sie können auch nach den uns vorliegenden Prognosen in den kommenden Jahren mit einer guten Auftragslage rechnen, womit merkliche Beschäftigungszuwächse erwartet werden können“, erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS). "Von dieser steigenden Nachfrage nach Arbeitskräften werden vor allem Fachkräfte, wie z.B. Speditionskaufleute, Speditionslogistiker oder Betriebslogistikkaufleute profitieren", so Kopf. Hinsichtlich der Qualifikationen zeige sich im gesamten Berufsbereich, dass Serviceorientierung und die Fähigkeit zu kommunizieren zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören. Neben Fachqualifikationen seien vor allem Sprachkenntnisse und IT-Qualifikationen stark nachgefragt, bei Führungskräften aufgrund der Internationalisierung auch interkulturelles Management, so Kopf.
Potential nutzen und Logistik-Rahmenbedingungen verbessern
Die Logistikbranche habe darüber hinaus das Potential, neben hochqualifizierten Fachkräften auch weniger gut Ausgebildeten neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Ein neuer Kollektivvertrag gewährleiste zudem attraktivere Einstiegsgehälter.
„Mit dieser Studie wurde für unsere Branche eine wichtige Argumentationsgrundlage geschaffen. Sie bestätigt aber auch unsere Forderungen an die Politik, das Potential als Chance aufzugreifen und durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen die Logistik wieder auf die Spur zu bringen", erklärt Senger-Weiss. Ein erster Erfolg ist die Bestellung des Logistikbeauftragten und der Etablierung eines Logistikausschusses im Verkehrsministerium.
Österreich soll wieder zu Top-Standort werden
Die Studie konnte auch klar belegen, dass eine Reihe von Hürden noch abzubauen sind. Deshalb setzt der Zentralverband Spedition & Logistik auf Maßnahmen, die nicht nur die Logistikwirtschaft, sondern auch den Wirtschaftsstandort stärken. "Dazu gehören der Ausbau der Multimodalität, Entbürokratisierung bei Gefahrgut-Transporten, einheitliche Kompetenzen bei Fahrverboten und Logistikflächen, Förderung innovativer Logistik und ein klares Nein zur flächendeckenden LKW-Maut in Österreich. Damit kann Österreich wieder zu einer Top-Adresse als attraktiver Logistik- und Wirtschaftsstandort aufsteigen“, so Senger-Weiss abschließend. (ZV)