18.11.2025
Logistikstandort Österreich auf dem Weg zur Zukunftssicherung
- Hochrangig besetztes Podium aus Wirtschaft und Politik diskutiert Wege zur nachhaltig resilienten Aufstellung des Wertschöpfungsmotors
- Infrastruktur-Minister Peter Hanke kündigt für Anfang 2026 Start von Stakeholder-Prozess zur Standort-Strategie an
Wien, 18. November 2025 – Mobilitätswende, Kapitalkosten und steigende regulatorische Anforderungen stellen mit der Logistikbranche aktuell einen Pfeiler von Österreichs Wettbewerbsfähigkeit vor große Herausforderungen. Wie Politik, Wirtschaft und Infrastrukturbetreiber diese gemeinsam bewältigen und eine leistungsfähige, nachhaltig resiliente Logistik sichern werden können, war Thema einer hochrangig besetzten Panel-Diskussion „Zukunft Standort = Zukunft Infrastruktur, Logistik & Güterverkehr“. Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, kündigte für Anfang 2026 den Start eines Stakeholder-Prozesses an, in dem Wirtschaft und Politik bis Jahresmitte eine Strategie für den Logistik-Standort erarbeitet sollen. Die Veranstaltung fand auf Einladung der Industriellenvereinigung und des Zentralverbands Spedition & Logistik im Haus der Industrie in Wien statt.
Unterschätztes Rückgrat für den Wirtschaftsstandort
Univ. Prof. Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung, betonte in seinem Eingangsvortrag die große Bedeutung des Logistiksektors für den Wirtschaftsstandort Österreich. Mit 191.000 direkt und 250.000 indirekt Beschäftigten, 7,5 Milliarden Euro Steueraufkommen und 21 Milliarden Euro Wertschöpfung (6 % des BiP) übertreffe der in der offiziellen Wirtschaftsstatistik nicht eigens ausgewiesene Sektor etwa den Beitrag des Finanzsektors um das 1,5-fache. Zugleich würden aber die Anforderungen der Mobilitätswende, massive Kostensteigerungen und der mittelfristig durchschlagende Fachkräftemangel den Logistikstandort und damit die komplex arbeitsteilig organisierte österreichische Wirtschaft in ihrer Entwicklung belasten.
Stakeholder-Prozess soll bis Mitte 2026 zu gemeinsamer Strategie für den Logistik-Standort führen
Welche konkreten Umsetzungen daraus bis wann folgen werden, war demnach zentrales Thema der anschließend von Manuela Raidl moderierten Diskussion mit dem Minister und Gebrüder Weiss-Vorsitzendem Wolfram Senger-Weiss, Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter der Österreichischen Post, Oliver Wagner, Geschäftsführer Zentralverband Spedition & Logistik, Rail Cargo Group CEO Clemens Först und ASFINAG Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl.
Dass sich die Regierung in ihrem Programm ausdrücklich zu einem resilienten und wettbewerbsfähigen Logistikstandort bekennt, wurde von den Branchenvertretern mehrfach begrüßt. Es wurde aber auch schnell klar, dass Wirtschaft und Politik umgehend eine konkrete Roadmap zur nachhaltigen Sicherung eines wettbewerbsfähigen Logistikstandorts vereinbaren müssten. Diese müsste klare Lösungswege für unter anderem folgende Themen festlegen:
- Vereinbarung einer integrierten nationalen Strategie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Logistikbranche unter Einbeziehung von Stakeholder, wie den Interessenverbänden, den Verkehrsträgern, den Sozialpartnern, aber auch dem Energiesektor.
- Effektive Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs durch die Erleichterung von Investitionen in alternative Antriebe und Errichtung einer tragfähigen Ladeinfrastruktur.
- Verbesserung der Standortqualität durch eine funktionierende nationale und internationale Koordination der Baustellenplanungen, die Schaffung intermodaler Terminals und die verbindliche Sicherung logistisch notwendiger Flächen.
- Gewährleistung effizienter Genehmigungsverfahren und rechtlicher Planungssicherheit.
- Vermeidung der Absiedelung von Logistik-Hubs mit hoher Wertschöpfung in Österreichs Nachbarländer.
Hanke betonte, dass der Wirtschaftsstandort Österreich ohne funktionierenden Logistiksektor ein essenzielles Problem haben würde und kündigte für Anfang 2026 den Start eines gemeinsamen Stakeholder-Prozesses von Wirtschaft und Politik an. Dieser solle bis Jahresmitte zu einer akkordierten Strategie zur nachhaltigen Sicherung des Logistik-Standorts führen. Der Ausbau der Infrastruktur, ein Fokus auf Innovation, die Förderung von E-Mobilität im industriellen Bereich zählten dabei zu wesentlichen Aspekten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts strukturiert zu fördern.
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Fotocredits: IV / Tom Matanovic.