15.12.2016
Mehr Dynamik für Standortpolitik
Der österreichische Logistikstandort hat einiges anzubieten, sowohl als Drehscheibe für Zentral-, Südost- und Osteuropa, als auch durch das weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzte Know-how heimischer Spediteure. Beim vermarkten von „Logistik Made in Austria“ gibt es aber noch einiges zu tun. Eine grundsätzliche Einigung der Stakeholder des Arbeitsausschusses Logistik im Verkehrsministerium, dieses Thema 2017 zügig voranzutreiben, stimmt jedoch vorsichtig positiv.
Das Verkehrsministerium wurde in den letzten zwei Jahren von vier Ministern geführt. Diese Diskontinuität hat auch zu Verzögerungen bei der Umsetzung von logistikrelevanten Themen geführt. Wir fordern hier von der heimischen Politik, im Interesse des Wirtschaftsstandortes Österreich, wieder Dynamik aufzunehmen. Eine gemeinsame Bilanzpressekonferenz des Arbeitsausschuss Logistik mit Verkehrsminister Leichtfried Ende November dieses Jahres, war hier ein wichtiger Schritt nach vorne.
Attraktivierung und professionelle Vermarktung des heimischen Logistikstandortes sind Voraussetzung und Chance für den Wirtschafts- und Industriestandort. Die zügige Umsetzung, der bereits unter Ministerin Bures erarbeiteten Forderungen, und das Vorantreiben einer österreichischen Logistikmarke stehen dabei im Fokus.
Österreich unter den Top 10 der Logistikstandorte
Nachdem Österreich 2014 beim Logistik Performance Index der Weltbank als Logistikstandort nur mehr auf Platz 22 landeten, ist es 2016 gelungen mit Platz 7 wieder unter die Top 10 zu kommen. Ein wichtiger Achtungserfolg, der der Leistung und Qualität der österreichischen Logistikunternehmen gerecht wird. Als Interessensvertretung sind wir bemüht, diese Stärken der österreichischen Logistikbranche aktiver zu kommunizieren und dafür auch Allianzpartner zu finden.
Logistik 4.0 Management Certificate
Die Logistikbranche befindet sich, wie andere Branchen auch in einer Phase starker Veränderungen. Industrie 4.0 und Logistik 4.0 sind in aller Munde. Um dazu das nötige Rüstzeug zu haben, wurde im ZV Ressort Supply Chain Management, unter der Führung von Peter Umundum (Vorstand Österreichische Post AG), eine High Level Ausbildung für Logistik 4.0 angestoßen. Gemeinsam mit dem Logistikexperten, Prof. Sebastian Kummer (Wirtschaftsuniversität Wien) wird dieses Managementausbildung bereits im ersten Quartal 2017 als Wochenendseminar angeboten werden.
Außenwirtschaftsrechtstag 2017
Bereits zum dritten Mal ist, in Kooperation mit der Johannes Keppler Universität Linz, für Herbst 2017 ein Außenwirtschaftsrechtstag geplant. Der Wirtschaftsstandort Österreich wird von der exportierenden Wirtschaft geprägt. Logistikthemen werden dabei zunehmend relevanter. Der Außenwirtschaftsrechtstag soll die Möglichkeit bieten, Branchenfragestellungen gemeinsam mit der Wissenschaft und den Fachexperten zu diskutieren und Lösungskonzepte zu erarbeiten.
Branchenreport für ein besseres Logistikverständnis
Tue Gutes und sprich darüber. Das war in diesem Jahr kurz gesagt die Motivation des allerersten Branchenreport Spedition & Logistik. Vieles von dem, was die Speditionslogistik für die Wirtschaft leistet, wird abseits der öffentlichen Wahrnehmung durchgeführt und auch vieles von dem, was der Zentralverband als Interessensvertretung für die Logistikbranche leiste, geschieht „hinter den Kulissen“. Diese beiden Gründe haben uns zur Herausgabe dieses Magazins bewogen. Unser Ziel ist es dabei, mehr Licht auf die heimische Logistikbranche und ihre Wertschöpfung zu werfen, und auch darauf, was wir als Interessensvertretung für unsere Branche tun. Für 2017 planen wir eine weitere Ausgabe mit dem für unsere Branche so wichtigen Schwerpunkthema Logistik 4.0.
Zentralverband: Interessensvertretung und Service
Der Zentralverband Spedition & Logistik hat sich in den letzten Jahren als unabhängige und verkehrsmittelneutrale Interessensvertretung und Lobbyinginstitution auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene, mit einer starken Mitgliederservicekomponente, positioniert. Seit 2015 ist unser Verband Mitglied der CLECAT (European Association for Forwarding, Transport, Logistics and Customs Services) um die Brancheninteressen der heimischen Logistik in der EU bestmöglich zu positionieren. Daneben vertritt der Zentralverband auch die internationalen Logistikorganisation FIATA (International Federation of Freight Forwarders Associations). Für 2017 haben wir geplant, neben Lobbyingaktivitäten in Österreich, vor allem unsere Aktivitäten auf europäischer Ebene weiter zu verstärken.