Präsidium
30.11.2015
Spediteure fordern gezielte Aufwertung des Logistikstandortes Österreich
Zentralverband weitet heimische Logistikinteressensvertretung auf EU aus
Wien/Linz - Die diesjährige Generalversammlung des Zentralverband Spedition & Logistik, die heute am Freitag im voestalpine Gästehaus in Linz stattgefunden hat und bei der Unternehmer und Topmanager der österreichischen Logistik- und Speditionsbranche zusammengetroffen sind, stand ganz im Zeichen der Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandortes Österreich.
Im laufenden Jahr stand für den Zentralverband Spedition & Logistik die Verbesserung und strategischen Positionierung des Logistikstandortes Österreich im Vordergrund. Schwerpunkte waren dabei Start und Intensivierung der Tätigkeit im Arbeitsausschuss Logistik, einer Stakeholder Plattform unter der Schirmherrschaft des Infrastrukturministeriums, mit dem Ziel den Österreichischen Logistikstandort erfolgreich weiter zu entwickeln.
Logistik als zentraler Faktor für den Wirtschaftsstandort
Im Auftrag des Zentralverbandes wurde 2015 vom Industriewissenschaftlichen Institut eine Grundlagenstudie über die volkswirtschaftliche Rolle der Logistik durchgeführt. „Das Ergebnis war selbst für Volksökonomen überraschend positiv. Damit konnte erstmals auch wissenschaftlich belegt werden, dass Logistik ein besonders starker Motor für Wirtschaftsstandort Österreich ist. Jeder Beschäftigte der österreichischen Logistikwirtschaft sichert bis zu 3,50 Arbeitsplätze in der österreichischen Volkswirtschaft. Jeder Euro an Wertschöpfung der Logistikbranche in Österreich sichert bis zu 4,11 Euro an Wertschöpfung in Österreichs Wirtschaft“, so Mag. Wolfram Senger-Weiss, Präsident des Zentralverband Spedition & Logistik bei seinem Vortrag vor den Spitzenvertretern der heimischen Logistikwirtschaft.
Zentralverband goes Brüssel
2015 wurde der Zentralverband, neben seiner nationalen Vertretung des internationalen Logistikdachverbandes FIATA auch Mitglied bei der europäischen Interessensvertretung CLECAT.
„Achtzig Prozent der Gesetze die in Österreich zur Anwendung gelangen, kommen faktisch aus Brüssel. Um heimische Interessen auch in Brüssel vertreten zu können, hat sich der Zentralverband 2015 dazu entschlossen in der europäischen Logistikinteressensvertretung (CLECAT) aktiv zu werden“, so Mag. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbands, bei seinem Jahresbericht vor der Generalsversammlung. Bereits in diesem ersten Jahr hätte sich die Mitgliedschaft gelohnt, da eine Reihe von Themen, die Österreich betreffen, gezielt lobbyiert werden konnten.
Logistik Made in Austria – Logistikbeauftragter als Gastredner
Gastredner der Generalversammlung war der vom Zentralverband vehement geforderte und Ende 2014 neu installierte Logistikbeauftragte im Verkehrsministerium (bmvit), DI Franz Schwammenhöfer. Sein Impulsreferat, mit anschließender Diskussion widmete sich dem Thema „Logistik Made in Austria“. Dabei erklärte er den Mitgliedern des Zentralverbands die Aufgabengebiete des Logistikbeauftragten sowie des neu etablierten Arbeitsausschusses Logistik im bmvit. Schwammenhöfer: „Durch meine Funktion als Logistikbeauftragter, gibt es erstmals einen zentralen Ansprechpartner im Ministerium für die Gesamtthematik „Güterverkehrslogistik“. Mit dem Arbeitsausschuss Logistik ist es uns zudem gelungen, im Bereich Logistik eine Plattform für Politik, Wirtschaft, Sozialpartner und Wissenschaft zu bilden. Mit dem Ziel, den Logistikstandort Österreich nachhaltig zu stärken, gilt es, diesen Dialog auch in Zukunft erfolgreich weiterzuführen. “
Internationalisierung auch bei Fördermitgliedern
Neben der Tätigkeit als unabhängige Interessensvertretung, bietet der Zentralverband auch speditionsaffinen Unternehmen die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft an, bei der diese ihr Knowhow im Sinnen von hochwertigen Kommunikationsservices und Branchenkontakten gezielt vermarkten können. Wegen regen Interesses aus dem Ausland, soll hier ab 2016 auch Unternehmen aus dem Ausland die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft erhalten.
Bereits am Vorabend, Donnerstag den 26. November, kam es bei einem Abendempfang in der Voestalpine Stahlwelt zur bereits traditionellen Verleihung des "Jungspediteur 2015". Die Preisverleihung fand unter reger Teilnahme namhafter Branchengrößen, in entspannter feierlicher Atmosphäre statt.