Landverkehre Europa
16.08.2021
21 Blockabfertigungstage im ersten Halbjahr 2022 in Tirol
Innsbruck/Kufstein - Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung setzt auch im kommenden Jahr unter anderem auf die Lkw-Blockabfertigungen, um dem überbordenden Transitverkehr entgegenzuwirken. Im ersten Halbjahr 2022 zwischen Jänner und Juni wird der Lkw-Verkehr bei Kufstein-Nord an insgesamt 21 Tagen blockweise abgefertigt, teilte die Landesregierung nach ihrer sonntäglichen Sitzung am "Hohen Frauentag", wie "Maria Himmelfahrt"in Tirol genannt wird, mit.
Zudem würden im heurigen September zusätzliche "Dosiertage" wegen dringender Sanierungsarbeiten auf Brennerautobahn nötig werden.
Diese Arbeiten finden laut Land vom Abend des 20. September bis in die Morgenstunden des 24. September statt. Im Zuge der laufenden Kontrollen der Luegbrücke seien im Bereich der Entwässerungsrinnen der Fahrbahnübergangskonstruktionen Undichtigkeiten festgestellt worden. Die Wiederherstellung der Wasserableitungen müsse unbedingt zeitnah erfolgen, da die unkontrollierte Wasserableitung sonst insbesondere im Winter zu weiteren Schäden an der Brücke führt. Im Baustellenbereich werde deshalb eine einspurige Verkehrsführung eingerichtet, um die Sanierungsarbeiten durchzuführen. Das Land rechnete mit massiven Verkehrsbehinderungen und damit erheblichen Staus. Zur "Gewährleistung der Verkehrsflusses und Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit" sei daher mit weiteren "Dosiermaßmaßnahmen" zu rechnen. "Wir behalten uns auch hier vor, entsprechende Maßnahmen zu setzen", sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und meinte, dass wegen des überbordenden Transitverkehrs die Belastung für die Straßeninfrastruktur bereits überschritten sei.
Heuer waren in Tirol 35 Dosiertage vorgesehen - 23 wurden bereits absolviert, 19 davon im ersten Halbjahr. Platter nannte die Maßnahmen "an besonders kritischen Tagen, an denen Überlastungen drohen" für Tirol einmal mehr "unverzichtbar". "Solange es keine europäischen Lösungen gibt, die den Schwerverkehr in Tirol durch Verlagerung deutlich reduzieren, werden wir das bewährte Dosiersystem weiter anwenden", betonte auch Landeshauptmannstellvertreterin und Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne). Beide verwiesen darauf, dass der Transit-Schwerverkehr bereits wieder annähernd das Niveau vor Corona erreicht habe. Von Jänner bis Juli 2021 waren an der Hauptmautstelle Schönberg rund 1,43 Millionen Schwerverkehrsfahrzeuge erfasst worden. Im Vergleichszeitraum des Rekordjahres 2019 waren es im selben Zeitraum 1,49 Millionen Lkw. Im Juni 2021 seien die Zahlen mit 217.443 sogar über dem Niveau von 2019 gelegen. Damals fuhren 210.803 Transit-Lkw über den Brenner. (Schluss) pat (APA)