Landverkehre Europa
20.08.2018
Autoimporteure: Auto-Nutzung besteuern, nicht Besitz
Wien - Für die österreichischen Autoimporteure ist der ab September verpflichtende neue Abgastest WLTP schlecht fürs Geschäft, weil er höhere Verbrauchs- und Abgaswerte ergibt und somit zu einer höheren NoVA (Normverbrauchsabgabe) führt. Die Importeure sind daher für eine grundsätzliche Reform der Besteuerung
"Es wäre vernünftig, die künftige Besteuerung vermehrt von den Faktoren Nutzung und Verbrauch anstatt von Besitz und Leistung abhängig zu machen und die automotiven Steuern, wie sie derzeit existieren und vielseits veraltet sind, einer Prüfung zu unterziehen", sagte der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, Günther Kerle, in einer Aussendung.Es sei davon auszugehen, dass die NoVA durch den neuen Abgastest um einige Prozent steigen und sich der Neuwagenkauf dadurch spürbar verteuern werde.
Man habe vom Finanzministerium zwar die Zusage erhalten, wonach die NoVA und die Sachbezugsgrenze zumindest bis Ende 2019 noch auf Basis der "alten" NEFZ-Werte ("Neuer Europäischer Fahrzyklus", Anm.) berechnet wird- allerdings werde ab 1. September 2018 nur noch nach dem WLTP-Zyklus gemessen und die Rückrechnung auf NEFZ-Werte erfolge mit einem von der EU-Kommission generierten Tool.
"Das Problem dabei ist, dass es durch die Ungenauigkeit des festgelegten Berechnungstools bereits bei der Rückrechnung zu deutlich höheren Verbrauchsangaben kommen wird", so Kerle. Der Autofahrerklub ÖAMTC fordert, dass die Anpassung der NoVA-Sätze aufkommensneutral erfolgt, die beim Neuwagenkauf fällige Normverbrauchsabgabe also trotz neuer Abgast-Tests nicht steigt. (Schluss) ivn/itz (APA).