Landverkehre Europa
03.08.2026
Italiens Staatsbahnen rutschen im Halbjahr in rote Zahlen
Rom - Die italienische Staatsbahn FS (Ferrovie dello StatoItaliane) hat im ersten Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 200 Millionen Euro verzeichnet. Das Ergebnis verschlechterte sich damit um 111 Mio. Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.
Verantwortlich dafür waren vor allem ein rückläufiges operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA), höhere Abschreibungen, Rückstellungen und Wertberichtigungen.
Das EBITDA lag zum Halbjahresende bei 905 Mio. Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 991 Mio. Euro. Das operative Ergebnis
(EBIT) fiel mit minus 58 Mio. Euro ebenfalls schwächer aus als im ersten Halbjahr 2025, als noch ein positives Ergebnis von 77 Mio.
Euro ausgewiesen worden war. Positive Effekte aus dem Finanz- und Steuerbereich konnten diese Belastungen nur teilweise ausgleichen.
Erlöse aus dem Personen- und Güterverkehr gingen um 25 Mio. Euro zurück.
Erlöse stiegen um acht Prozent auf 8,9 Milliarden Euro
Die operativen Erlöse stiegen hingegen um 8 Prozent auf 8,9 Mrd.Euro. Das entspricht einem Plus von 678 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zuwachs gab es vor allem bei den Einnahmen aus
Bahn- und Straßeninfrastrukturleistungen sowie bei sonstigen Erträgen. Die Erlöse aus dem Personen- und Güterverkehr gingen dagegen leicht um 25 Mio. Euro zurück.
Gleichzeitig erhöhten sich die operativen Kosten auf rund 8 Mrd.
Euro. Der Anstieg um 764 Mio. Euro wurde vor allem durch höhere Personalkosten sowie zusätzliche variable Kosten für Verkehrsleistungen, Wartung und den Betrieb der Infrastruktur verursacht.
Nettoverschuldung deutlich gestiegen
Trotz der finanziellen Belastungen setzte der FS-Konzern seine umfangreichen Investitionsprogramme fort. Die technischen Investitionen erreichten 10,2 Mrd. Euro und konzentrierten sich vor allem auf Infrastrukturprojekte und die Weiterentwicklung des Bahnnetzes. Die Ferrovie dello Stato Italiane ist einer der größten Infrastrukturkonzerne Italiens und spielt eine zentrale Rolle bei der Modernisierung des Bahnnetzes sowie beim Ausbau nachhaltiger Mobilität im Land.
Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich auf 15,6 Mrd. Euro. Ende 2025 hatte sie noch bei 12,8 Mrd. Euro gelegen. Der Anstieg sei vor allem auf das hohe Investitionsvolumen zurückzuführen, teilte der Konzern mit.
Bildquelle: AFP/TIZIANA FABI
Bildtitel: Bahnchef Stefano Antonio Donnarumma