Landverkehre Europa
13.06.2016
LKW-Unfälle: Sicherheits-Maßnahmen in Wien vereinbart
Im Wiener Rathaus ist darüber diskutiert worden, wie die Gefahr durch den Schwerverkehr reduziert werden kann. Zu der Gesprächsrunde hatte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) geladen. Nun sollen zunächst Kampagnen und bauliche Umgestaltungen für mehr Sicherheit sorgen.
An der Unterredung nahmen unter anderem Magistrats-Mitarbeiter sowie Vertreter von Lkw-Herstellern, Autofahrer- bzw. Verkehrsclubs, der Polizei, des Verkehrsministeriums oder des Kuratoriums für Verkehrssicherheit teil. Vassilakou betonte im Gespräch mit der APA, dass man die Verantwortung nicht auf eine Seite abwälzen könne:
"Alle sind gefordert." Und es gebe auch nicht nur die eine zielführende Maßnahme, sondern es seien mehrere Initiativen nötig.
Prinzipiell spricht sich die Ressortchefin laut eigenen Angaben dafür aus, dass die technische Ausstattung der Fahrzeuge verbessert wird. Tote Winkel sollen mittels Kameras und Monitore einsehbar werden. Allerdings: "Hier ist ein Alleingang in Österreich nicht möglich", gab Vassilakou zu bedenken. Sie werde sich darum in Brüssel persönlich dafür einsetzen, dass diese Geräte verpflichtend eingebaut werden müssen. Sie rechne hier auch mit Unterstützung vom Bund.
Bei dem Treffen sind laut Vassilakou aber auch einfacher - und vor allem kurzfristiger - zu realisierende Maßnahmen besprochen worden. So soll etwa im Bereich Wissensvermittlung und Bewusstseinsschärfung angesetzt werden. "Wenige, und schon gar nicht Kinder, wissen etwa, dass es auch vor einem Lkw einen toten Winkel gibt", gab die Stadträtin zu bedenken. Geplant seien etwa Aus- und Fortbildungs-Initiativen für die Lkw-Lenker.
Mit Fahrzeugen Schulen besuchen
Auch bei der Führerscheinausbildung soll das Thema, so wird empfohlen, künftig erörtert werden - "und natürlich auch bei der Verkehrserziehung der Kinder". Vertreter der Logistiksparte hätten sich etwa bereit erklärt, mit Fahrzeugen Schulen zu besuchen. Auch über das "große Problem" Ablenkung - vor allem durch Mobiltelefone - sei beraten worden. Radfahrer und Fußgänger seien dadurch zunehmend unaufmerksamer.
Vereinbart wurde, dass Bund und Wien mit einer konzertierten Kampagne auf die Gefahren aufmerksam machen werden, wie Vassilakou berichtete. Die Stadt selbst will jedoch auch im Bereich der Stadtplanung aktiv werden. So sollen Haltelinien vor Kreuzungen für Radfahrer künftig weiter nach vorne verlegt werden - damit sie für Lkw-Lenker besser sichtbar sind. Auch "besonders sensible Stellen", also etwa dort, wo sich Lkw-Routen mit Schulwegen kreuzen, könnten baulich verändert werden. (APA)