Landverkehre Europa
18.08.2015
Logistik als starker Motor für Salzburgs Wirtschaft
Zentralverband Spedition & Logistik setzt auf Maßnahmen für mehr Wachstum und Beschäftigung
Salzburg (OTS) – Eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) zur Bedeutung der Logistik für die heimische Volkswirtschaft widmet dem Bundesland Salzburg einen besonderen Schwerpunkt. Die Volkswirtschaftsstudie basiert auf der Befragungen von Leitbetrieben, die die Kernsubstanz der Salzburger Wirtschaft bilden und Wertschöpfung weit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg generieren.
Wichtigste Studienergebnisse
Die überregionale Erreichbarkeit von Salzburg ist aufgrund der großräumigen Lagevorteile und der prinzipiell guten Anbindung an hochrangige Verkehrsnetze sehr günstig.
- Jeder Beschäftigte der österreichischen Logistikwirtschaft sichert bis zu 3,50 Arbeitsplätze.
- Jeder Euro an Umsatz der heimischen Logistikunternehmen sichert gesamtwirtschaftlich bis zu 3,88 Euro an Umsatz.
- Jeder Euro an Wertschöpfung Logistikbranche sichert bis zu 4,11 Euro an Wertschöpfung in Österreichs Wirtschaft.
„Die errechneten Multiplikatoren zeigen deutlich, wie wichtig und wertschöpfend die Logistik für unsere Betriebe und den Wirtschaftsstandort ist. Die Logistikwirtschaft sichert in Salzburg eine Vielzahl an Arbeitsplätzen ab. Jeder investierte Euro kommt als Wertschöpfung mehrfach zurück und stärkt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Wirtschaftsstandort“, so Alexander Friesz, Vizepräsident des Zentralverband Spedition & Logistik und Vorstand der Speditionsgruppe Lagermax.
Mehr als 90% der in der Studie befragten Leitbetriebe sind überzeugt, dass Logistik weiter an gesamtwirtschaftlicher Bedeutung gewinnen werde. Für ein Viertel der Befragten liegt der Anteil der Logistik am Unternehmenserfolg bei 30% und mehr.
Für Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer steht fest: „Diese auch vom Land Salzburg unterstütze volkswirtschaftliche Grundlagenstudie, gibt sehr deutlich die herausragende wirtschaftliche Bedeutung der Logistikbranche wieder. Dem Anliegen unserer Leitbetriebe und der Logistikbranche, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen noch weiter zu verbessern, komme ich, unter der Berücksichtigung unserer finanziellen Möglichkeiten und von umwelt- sowie verkehrspolitischen Auflagen, gerne entgegen“.
Verbesserungspotential
Die Studie belege auch, dass eine Reihe von Hürden noch abzubauen sind. Der Zentralverband Spedition & Logistik setzt in diesem Zusammenhang auf Maßnahmen, die nicht nur die Logistikwirtschaft, sondern den gesamten Wirtschaftsstandort stärken. "Dazu gehören der Ausbau der Multimodalität, Entbürokratisierung bei Gefahrgut-Transporten, einheitliche Kompetenzen bei Fahrverboten und Logistikflächen, Förderung innovativer Logistik und ein klares Nein zur flächendeckenden LKW-Maut in Österreich. Mit einem Mix aus diesen Maßnahmen kann Salzburg als Logistikstandort an Attraktivität gewinnen und neue Arbeitsplätze schaffen und halten", so Friesz.
Konkret wünschen sich Salzburgs Leitbetriebe Lösungen bei folgenden infrastrukurellen Projekten:
- Verfügbarkeit von Logistikflächen.
- Durchgehender Ausbau der überlasteten A8 München Salzburg auf mehrere Spuren.
- Verkehrslösung Salzburg Nord.
- Mangel an Brücken über die Salzach (in Bayern sind 72 Brücken in Salzburg nur 2, davon eine in Oberndorf mit einer Maximallast von 3,5 Tonnen).
- Ausbau der Westautobahn, die bei Salzburg ein Nadelöhr ist.
- Bessere Verkehrsanbindung des Pinzgaus.
- Flugverkehr: Stärkung der Flughafenanbindung an internationale Flughäfen.
- Hochrangiges Eisenbahnprojekt (TEN) erschließen z.B.: Lücken in Salzburg wie die Untertunnelung Seekirchen.
- Ausbau Westbahnstrecke.
- Ausbau/Modernisierung Tauernachse für die Bahn.
- Verbesserungen im Bereich fehlender Anschlussbahnen.
- Verwirklichung grenzüberschreitender Projekte (München‐Mühldorf‐Freilassung und Salzburg)
Logistik als Beschäftigungsmotor
"Die Logistikbranche hat darüber hinaus das Potential, neben hochqualifizierten Fachkräften auch weniger gut Ausgebildeten neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Ein neuer Kollektivvertrag gewährleiste zudem attraktivere Einstiegsgehälter", so Friesz abschließend.
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Zentralverband Spedition & Logistik
zv@spediteure-logistik.at