Landverkehre Europa
07.05.2019
Seidenstraße - Logistiker wollen Güterverkehrszentrum bei Wien
Wien/Peking - Nach dem Ende des Seidenstraßenforums in Peking hat der Zentralverband Spedition und Logistik einige Forderungen rund um das chinesische Megaprojekt bekräftigt. Gefordert wird eine rasche Breitspurbahn-Verlängerung aus der Slowakei und der Bau eines Güterverkehrszentrum im Großraum Wien. "Österreich muss diese historische Chance nützen, um seine Rolle als Wirtschaftsplattform in Zentral- und Osteuropa zu festigen und auszubauen. Ziel ist es, unseren Logistikstandort selbstbewusst und in europäischem Einklang zu positionieren", wurde Zentralverband-Präsident Alexander Fries zitiert.
Europa müsse ein geeinter und mitbestimmender Akteur sein, nicht Trittbrettfahrer. Österreich müsse sicherstellen, ein wertschöpfender Teil davon zu werden, so Friesz.
Auch die Wirtschaftskammer Wien tritt für ein Güterzentrum nahe Wien ein. Wo genau ein solches entstehen könnte, ist nach der Absage von Parndorf im Burgenland aber offen.
Bei der internationalen Konferenz zur "Neuen Seidenstraße" sind nach Angaben der chinesischen Gastgeber Verträge in zweistelliger Milliardenhöhe unterzeichnet worden. Das sagte Chinas Präsident Xi Jinping zum Abschluss des Treffens, an dem für Österreich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) teilgenommen hatte. Gleichzeitig versuchte Xi erneut, Bedenken gegen das gigantische Infrastrukturprojekt zu zerstreuen.
China investierte zu Jahresbeginn deutlich mehr in seine Transport-Infrastruktur. Die Anlageinvestitionen in diesem Bereich seien im ersten Quartal um 4,8 Prozent auf 488,9 Milliarden Yuan gestiegen, umgerechnet knapp 65 Milliarden Euro. 101 Milliarden Yuan wurden für Zugstrecken ausgegeben, wie das Transportministerium am Sonntag mitteilte. China treibt sein Megaprojekt der "Neuen Seidenstraße" voran und erhöht seit einiger Zeit seine Investitionen in die Infrastruktur, um der nachlassenden Wirtschaftsentwicklung auf die Sprünge zu helfen. (Schluss) pat (APA).