Landverkehre Europa
16.07.2020
Widerstand gegen Brenner-Nordzulauf im bayerischen Inntal
Rosenheim/Berlin - Der Widerstand gegen den umstrittenen Neubau einer Bahntrasse im bayerischen Inntal wächst weiter. Der Rosenheimer Kreistag lehnte alle fünf Trassenvorschläge der Deutschen Bahn (DB) für den sogenannten Brenner-Nordzulauf "aufgrund der schwerwiegenden raumordnerischen Defizite" ab, wie das Landratsamt mitteilte.
Angesichts der vorhandenen Infrastruktur bleibe kein Spielraum für eine verträgliche oberirdische Neubautrasse, heißt es in der verabschiedeten Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren der Regierung von Oberbayern. Kommunen, Behörden, Organisationen und Bürger können dabei bis zum 24. Juli 2020 zu dem Projekt Stellung nehmen.
Das Gebiet sei aufgrund der Siedlungsdichte, der Landschaft, der Landwirtschaft und des Tourismus besonders anspruchsvoll und empfindlich, urteilte der Kreistag. Grundsätzlich müsse die Bahn zunächst den Bedarf einer Neubaustrecke zweifelsfrei nachweisen.
Ähnliche Kritikpunkte hatte der Bauausschuss der Stadt Rosenheim aufgeworfen, der am Donnerstagabend über eine eigene Stellungnahme zur Ablehnung der Grobtrassen entscheiden wollte.
Der Brenner-Nordzulauf soll die Kapazitäten zum künftigen Brenner Basistunnel erweitern, der mehr Güter auf die Schiene bringen soll. Die Eröffnung könnte sich inzwischen von 2028 auf 2030 verzögern. (Schluss) itz/ln (APA/dpa/lby).