Seefracht
08.09.2026
Hapag-Lloyd will Kritik an ZIM-Übernahme entkräften
Hamburg - Hapag-Lloyd hat auf Bedenken aus Israel hin Zugeständnisse bei der geplanten milliardenschweren Übernahme der israelischen Reederei ZIM gemacht. Der Hamburger Konzern teilte am Montag mit, für eine Genehmigung der Übernahme mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Der verbesserte Vorschlag zur Übernahme ziele darauf ab, Israels maritime Sicherheit und Unabhängigkeit zu stärken.
"Wir haben den Bedürfnissen, die in unseren Gesprächen mit der israelischen Regierung und den zuständigen Behörden zur Sprache kamen, aufmerksam Gehör geschenkt", erklärte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben-Jansen.
Hapag-Lloyd hatte im Februar angekündigt, ZIM Integrated Shipping Services für 4,2 Mrd. US-Dollar (3,6 Mrd. Euro) in bar zu übernehmen, um zur weltweiten Nummer fünf aufzusteigen. Der Deal, der voraussichtlich noch in diesem Monat dem israelischen Kabinett vorgelegt wird, stößt in Israel auf heftigen Widerstand, unter anderem seitens der ZIM-Beschäftigten, von Verteidigungsminister Israel Katz und anderer Regierungsvertreter. Sie argumentieren, die nationale Sicherheit werde untergraben, da Israels Schifffahrt an ein ausländisches Unternehmen übertragen werde.
Goldene Aktie
Der überarbeitete Vorschlag sichere Israels Zugang zu wichtigen Schifffahrtsrouten, einschließlich der aus Asien, erklärte Hapag-Lloyd. Eine Goldene Aktie soll Israel besondere Eigentumsrechte an ZIM einräumen. Die Meldeschwelle für einen Verkauf von ZIM-Aktien an ausländische Investoren gegenüber den israelischen Behörden soll auf 10 von 24 Prozent gesenkt werden. Der israelische Private-Equity-Fonds FIMI soll einen aus ZIM ausgegliederten Geschäftsbereich mit 16 Schiffen erwerben, der direkte globale Seeverbindungen für Israel gewährleistet. Der Vorsitzende des ZIM-Arbeiterkomitees, Oren Caspi, erklärte, er sei weiterhin gegen den vorgeschlagenen Zusammenschluss, da ZIM nicht an "feindliche Parteien" übergeben werden dürfe.
Bildquelle: APA/HARALD SCHNEIDER
Bildtitel: Goldene Aktie