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Supply Chain Management

28.06.2017

Handel hadert weiter mit Retourenproblem

Wien - Mit dem steigenden Onlinehandel werden Retouren zum immer größeren Problem. 40 Prozent der Käufer bzw. Käuferinnen im Distanzhandel - dazu zählen Internet- und Versandhandel sowie Teleshopping - schicken dort bestellte Waren wieder zurück.

Besonders hoch sind die Retourenquoten mit 50 Prozent im Bekleidungsbereich, ergab eine Befragung der KMU-Forschung Austria unter 2.000 Personen im Auftrag des Handelsverbands.

"Die Retouren nehmen nicht ab, trotz aller Bemühungen des Handels", sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will bei einem Pressegespräch. Auch bei Schuhen ist die Retourenquote hoch. 27 Prozent der Käufer und Käuferinnen, die Schuhe bestellt haben, schicken diese wieder zurück.

Deutlich geringer sind Retouren hingegen bei Elektro- und Elektronikgeräten:

Dort liegt die Zahl der Käufer, die Waren wieder retour senden, bei 11 Prozent. Bei Sportartikeln, Möbeln, Spielwaren oder Büchern liegt dieser Wert der Umfrage zufolge im einstelligen Prozentbereich. Kaum zurückgeschickt werden Kosmetikartikel.

Angesichts dieses wachsenden Feldes stößt auch die Logistik zunehmend an ihre Grenzen. Das Paketvolumen ist 2016 förmlich explodiert. An Privatkunden wurden 93 Millionen Pakete ausgeliefert, um 35 Prozent mehr als noch 2015, ermittelte Kreutzer, Fischer und Partner. Heuer zu Weihnachten dürfte es "eng werden", glaubt Will.

Schon im Vorjahr habe es Probleme gegeben.

Die Österreicher haben im Zeitraum Mai 2016 bis April 2017 Waren im Wert von 7,6 Mrd. Euro "auf Distanz" bestellt - also via Telefon, Fax, postalisch oder in Online-Shops. Das entspricht einem Zuwachs von 4 Prozent. Wenig überraschend bestellen immer weniger Menschen telefonisch und/oder postalisch (-11 Prozent), während Online-Shopping (+6 Prozent) zunimmt.

Anteil der Mobile-Shopper steigt

Auch die Zahl jener, die über das Smartphone bestellt, hat weiter zugenommen. Etwa 7 Prozent oder 530 Mio. Euro der Distanzhandelsausgaben sind im Betrachtungszeitraum über das Smartphone erfolgt. Gegenüber dem Jahr davor ist das ein Anstieg um 25 Prozent. Je jünger die Befragten, desto höher ist der Anteil der Mobile-Shopper.

Im Schnitt lagen die Ausgaben im Distanzhandel bei 1.550 Euro pro Person, wobei Männer durchschnittlich 1.730 Euro im Jahr ausgeben und Frauen 1.370 Euro. "Die Ausgaben pro Käufer sind gestiegen bei einer konstanten Anzahl der Käufer", meinte Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Der Anteil des Distanzhandels am gesamten Einzelhandel beträgt unverändert etwa 11 Prozent. Auch dass die Hälfte des Geldes ins Ausland wandert, hat sich nicht verändert. Die Österreicher shoppen online am liebsten bei Amazon und Zalando.Am meisten wird für Bekleidung (1,7 Mrd. Euro) ausgegeben, gefolgt von Elektro- und Elektronikgeräten (1,07 Mrd. Euro) sowie Büchern (720 Mio.Euro). Die größten Zuwächse wurden allerdings bei Schuhen (+11 Prozent), Kosmetik (+10 Prozent) sowie Sportartikeln (+8 Prozent) erzielt.

Zum einen sei das Angebot in diesen Bereichen gestiegen, zum anderen auch die Nachfrage, sagte Gittenberger. Kaum eine Rolle spielt der Online-Handel hingegen im Lebensmittelbereich. Gerade mal 1 Prozent der Ausgaben erfolgt hier im Internet. (Schluss) tha (APA)

 

©APA (dpa)/Bodo Marks

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